Lehrplan 21:
Die Förderung überfachlicher Kompetenzen mit PFADE

„Überfachliche Kompetenzen sind für eine erfolgreiche
Lebensbewältigung zentral.“

(vgl. Lehrplan 21, Vorlage, Grundlagen: S. 13)

„Die Förderung der überfachlichen Kompetenzen (personale,
soziale und methodische) hat einen festen und wichtigen
Platz in der täglichen Unterrichtsarbeit.“

(vgl. Lehrplan 21: Das Wichtigste im Überblick. Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz. lehrplan.ch/sites/default/files/lp21_leporello_a4.pdf. Zugriff am 7.7. 2016)

Die überfachlichen Kompetenzen haben im Lehrplan 21 somit einen wichtigen Platz. Sie sind unterteilt in personale, soziale und methodische Kompetenzen.

PFADE als stufenübergreifendes Programm für Primarschuleinheiten (oder auch einzelne Klassen) bietet ein Konzept, mit dem die Unterrichtenden eine klare Grundlage und Instrumente erlangen für die Förderung der überfachlichen Kompetenzen:

Explizite Förderung
überfachlicher Kompetenzen
Förderung überfachlicher
Kompetenzen verbunden mit
der Arbeit an Fachinhalten

Im Lehrplan 21 wird eine Vielzahl von sozialen, personalen und methodischen Kompetenzen und Kompetenzen im Zusammenhang mit Gesundheit und Prävention beschrieben, die die Kinder erwerben sollen. Sie sind verstreut im Lehrplan auffindbar:

  • Bei den Grundlagen im Kapitel „Überfachliche Kompetenzen“ und „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“;
  • Bei den Grundlagen im Kapitel „Schwerpunkte des 1. Zyklus“ (entwicklungsorientierte Zugänge): Eigenständigkeit und soziales Handeln
  • In den verschiedenen Fachbereichen, z.B.:
    • Im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft, besonders
      NMG. 1 Identität, Körper, Gesundheit – sich kennen und sich Sorge tragen;
      NMG. 10 Gemeinschaft und Gesellschaft – Zusammenleben gestalten und sich engagieren;
      NMG. 11 Grunderfahrungen, Werte und Normen erkunden und reflektieren;
    • Im Fachbereich Sprachen, Deutsch
    • usw.

Eine Übersicht findet sich auch im Dokument „Gesundheitsbildung und Prävention im Lehrplan 21“ von Högger (siehe www.fhnw.ch/ph/iwb/beratung/gesundheit/publikationen/gesundheitsbildung-und-praevention-im-lehrplan-21).

Folgerungen:

  • Für eine sinnvolle und machbare Förderung der vielen sozialen und personalen Kompetenzen ist ein Konzept notwendig, das ein Dach, aber auch einen Aufbau bietet. PFADE bietet diesen Aufbau und eine entsprechende Struktur.
  • Das Erwerben von Kompetenzen verlangt Wissen, Können und Wollen/Bereitschaften (vgl. Lehrplan 21, Vorlage, Grundlagen: S. 7; Lehrplan 21: Das Wichtigste im Überblick. Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz).
    • Das Können bedingt, dass soziales Handeln ausprobiert und handelnd geübt wird. PFADE bietet für viele kognitiv zu verankernde Konzepte handlungsorientierte Instrumente, die das Anwenden unterstützen.
    • Das Wollen, d.h. motivationale Grundlagen und Verantwortungsübernahme, kann nur durch Förderung über längere Zeit hinweg aufgebaut werden. Mit PFADE ist ein längerfristiger Aufbau möglich.
  • Viele im Lehrplan 21 beschriebenen überfachlichen Kompetenzen sind sehr wertvolle, aber doch hoch gesteckte Kompetenzziele. PFADE bietet Teilschritte, die dazu führen, dass nach und nach auf diese hoch gesteckten Ziele hingearbeitet werden kann. Auch können für Kompetenzen, die im 3. Zyklus (6. Klasse und OS) und im Modul „Berufliche Orientierung“ beschrieben werden, mit dem Aufbau bei PFADE die nötigen Grundlagen gelegt werden – ansonsten wird es eine fast unerfüllbare Aufgabe sein, diese Kompetenzen im Verlauf des 3. Zyklus zu erwerben.

Der Lehrplan 21 sieht vor, dass überfachliche Kompetenzen in Verbindung mit fachlichen Kompetenzen erworben werden:

„Mit überfachlichen Kompetenzen ist jenes Wissen und Können gemeint, das über die Fachbereiche hinweg für das Lernen in und ausserhalb der Schule eine wichtige Rolle spielt. Dazu zählen personale, soziale und methodische Kompetenzen. An deren Entwicklung sind alle Fachbereiche beteiligt mit ihren je spezifischen Inhalten, fachlichen Zugängen, Vorgehensweisen und Perspektiven auf die Welt. (…)

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit Fachinhalten bedeutet somit immer auch ein Lernen, das über den spezifischen Fachinhalt hinausgeht, so wie umgekehrt jedes anspruchsvolle fachspezifische Lernen auf überfachliche Kompetenzen der Lernenden angewiesen ist. (…)

Im Überblick kann das Verständnis der Orientierung an Kompetenzen und ihrer Wechselwirkung wie folgt dargestellt werden:“

(vgl. Lehrplan 21, Vorlage, Grundlagen: S. 7/8, Kursivschreibung RJ)

Es stellt sich die Frage, wie diese Verbindung gestaltet werden und gelingen kann. Das PFADE-Programm eröffnet hierfür zwei Wege:

  1. Die überfachlichen Kompetenzen werden explizit (spezifisch) gefördert, dies als Voraussetzung für das fachliche Lernen. Dies gemäss dem Lehrplan 21, der ebenfalls postuliert:
    „Das Wechselspiel zwischen fachlichen und überfachlichen Kompetenzen funktioniert jedoch nur, wenn neben oder mit dem fachlichen Kompetenzaufbau auch die Förderung überfachlicher Kompetenzen einen festen und bedeutsamen Platz in der täglichen Unterrichtsarbeit erhält.“
    (vgl. Lehrplan 21, Vorlage, Grundlagen: S. 7, Kursivschreibung RJ)
  2. Die Struktur und die praktischen Konzepte (Arbeitsweisen) von PFADE im Bereich der überfachlichen (sozialen, personalen und methodischen) Kompetenzen helfen den Unterrichtenden, auch tatsächlich Bezüge zu den fachlichen Kompetenzen herzustellen. Dadurch, dass sie in der Förderung überfachlicher Kompetenzen geschult sind und Werkzeuge kennen, ist es ihnen möglich, in den fachlichen Themen Bezüge zu überfachlichen Kompetenzen zu erkennen und diese bei der Arbeit an fachlichen Kompetenzen gezielt zu fördern.